Schiefer - Informationen
S c h i e f e r

Der Weg vom Gesteinsklotz zur Grafik


Nach ca. 500 Millionen von Jahren muss es eigentlich für das Schiefergestein ein erhebendes Gefühl sein, wieder das Licht der Welt zu erblicken. Als feinster Tonschlamm auf dem Grund urzeitlicher Meere abgelagert, verdichteten sich diese Massen unter hohem Auflagedruck zu Tongestein. Bei der späteren Gebirgsbildung wurden die Steinschichten durch seitlichen Druck aufgefaltet. Unter hohem Druck und Temperatur bildete sich ein neues Strukturelement, die Schieferung.
Durch die Ausbildung kleinster Glimmerlagen und eine gleichmäßige Ausrichtung parallel zur Schieferung gewann das Gestein eine Eigenschaft, derer sich Menschen seit rund ca. 600 Jahren bedienen, die Spaltbarkeit. Seine Natürlichkeit, Schönheit und Wärme macht Schiefer, nicht nur erst seit heute, neben seinem Einsatz als Baustoff, zu einmaligen Schmuckstücken wie u.a. die von mir gefertigten Grafiken.

Schiefer wird in Deutschland nur noch in wenigen Gruben abgebaut. Der von mir verwendete Granitschiefer wird im Hochsauerland im Bergbau gefördert. Dieses wertvolle Produkt der Natur lagert in einer Tiefe von ca. 250 Meter bei einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit. Das Wasser rinnt ständig von den Stollenwänden herab. Die Temperatur beträgt ca. 12-14 Grad C. Ohne die ständige Feuchtigkeit würde das Material austrocknen und ließe sich kaum noch spalten.

Früher wurde mit Schwarzpulver gesprengt, heute wird mit einer mobilen über- großen Kreissäge Block für Block aus dem Gestein geschnitten. Verwendbar bleiben trotz größter Sorgfalt jedoch nur etwas mehr als 10 % des geförderten Materials. Mit viel Gefühl und jahrelanger Erfahrung werden die gewonnenen Blöcke in die für den Verwendungszweck entsprechend starken Scheiben (Platten) gespalten. Erst hiernach erhalten diese ihre endgültige Form. Dies geschieht per Hand mit einem Schieferhammer auf einer geeigneten Kante (Brücke) oder auch mittels einer sogenannten Schieferschere.

Diese “Rohlinge“ werden gründlich gereinigt, je nach Verwendung mit einer Bohrung versehen, und anschließend zum zusätzlichen Schutz und gleichmäßiger Oberfläche mit einem natürlichen Wachs überzogen. Das vorgesehene Motiv wird mittels eines hellen Wachsstiftes vorgezeichnet. So lassen sich noch Korrekturen durchführen. Erst jetzt beginnt die eigentliche Gravur.

Mittels eines Diamanten in Kugelform und verschiedenen Größen ( 0,5 - 3,0 mm ) wird das vorgezeichnete Motiv in einem Werkzeughalter frei per Hand aus dem Schiefer herausgeschliffen. Es erscheint die helle grauweiße Naturfarbe des ursprünglichen Tongesteins. Die durch die natürliche Spaltung des Schiefers entstandene Oberfläche bleibt unbearbeitet, was den Einsatz eines elektrischen Werkzeuges (Welle) ausschließt.

Meine Grafiken sind somit eine echte Handarbeit - jedes Werk - ist ein

UNIKAT .


[Index] [Drucke] [Fotos] [Galerie] [Schiefer - Info] [Schiefer - Grafik] [Uhren] [Zeichnungen] [Lithorismen] [Zur Person] [Verweise zu anderen Webseiten]    Zum Seitenanfang